1. Schreibgespräch (hier erfahren Sie mehr über die Jungen Gemeinden in loser Folge) 
 
 
  zwischen Franziska Rataj, Ökumenische Junge Gemeinde Golßen und  
  Marlies Siegert, Internetbeauftragte 

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M. S. - Die ÖJG Golßen zeichnet Kontinuität und Beständigkeit aus. Wie lange gibt es die ÖJG in Golßen als Institution? Seit wann bist du dabei?

F. R. -  Die erste urkundliche Erwähnung erfuhr die ÖJG in den 70er Jahren des 20. Jh.. Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind in unserer Chronik einsehbar.

Aktiv am Gemeindeleben nehmen wir allerdings erst ab 1994 teil. Im Jahr 1997 kam Ralf-Ulrich Kowalke als Pfarrer i.E. nach Golßen und förderte die Entwicklung zu einer aktiven Gruppe in der Gemeinde. Seit  dieser Zeit gibt es Dokumente, die die Gestaltung unserer alljährlichen Ökumenischen Jugendgottesdienste belegen.

Ich persönlich bin seit meiner Konfirmation im Jahr 2001 in der ÖJG.


 

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M. S. - Konfirmanden und Jugendliche in JG´s, gehen meist zur Realschule oder zum Gymnasium. Stimmt die These für die ÖJG Golßen?

F. R. - Ja, das trifft auch für uns zu. 6 unserer  Mitglieder haben das Abitur, 4 sind dabei, es zu bekommen, 2 machen mit ihrem Abitur eine Ausbildung, 3 Mitglieder machen mit dem Realschulabschluss eine Ausbildung, 2 stehen im Berufsleben und 2 Mitglieder studieren.

M. S. - Wie geht ihr mit den Umbrüchen in der ÖJG um, wenn aktive Jugendliche zur Ausbildung weggehen?

F. R. - Das ist immer ein großer Verlust für unsere ÖJG. Vielen ist es jedoch möglich, trotz Ausbildung, Arbeit oder Studium Freitag an den Treffen teilzunehmen, bzw. nach der Ausbildung in einem anderen Bundesland wieder zurückzukommen.

M.S. - Gibt es feste Riten in der JG? Feste Termine im Jahresplan, im Kirchenjahr?

F. R. - Ich glaube, wenn unsere Mitglieder gefragt würden, was das Ritual in der ÖJG ist, würden sie wahrscheinlich die wöchentlichen Treffen nennen.

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Zudem gestalten wir gemeinsam mit dem Frauengesprächskreis den Weltgebetstag, mit anderen JGs den Kreuzweg der Jugend, ebenfalls mit anderen JGs den Evangelischen Kreisjugendtag in Neu-Zauche, den Ökumenischen Jugendgottesdienst und das Krippenspiel zum Heiligen Abend, welches dann in zwei Gottesdiensten aufgeführt wird und wir versuchen, einmal im Monat gemeinsam einen katholischen oder evangelischen Gottesdienst zu besuchen.

M.S. - Wie gestaltet sich denn die Vorbereitung der Ök. Jugendgottesdienste?

F. R. - Zur Vorbereitung fahren wir seit 9 Jahren nach Kakerbeck (ein kleiner Ort in der Nähe von Magdeburg) und sitzen dort zunächst in einer großen Runde zusammen. Da überlegen wir in einem brain-storming, welche Themen (Zitate, Bibelworte etc.) uns momentan beschäftigen und was auch andere Menschen interessieren könnte. Es kommen je nach Mitgliederzahl (meist fahren ca.11 Leute mit nach Kakerbeck) sehr viele Arbeitsthemen zusammen. Danach stimmen wir dann demokratisch ab, mit welchem Thema wir uns näher beschäftigen. Wenn wir uns dann für ein Arbeitsthema entschieden haben, klären wir zunächst die Elemente, die wir in den Gottesdienst einbauen wollen (Predigt [Input, Dialog-, Mini-], gesungenes oder gesprochenes Vaterunser usw.) und welche Aspekte wir bei diesem Thema aufarbeiten wollen. Dann gehen wir in die Gruppenarbeit, die aus 4 Teilgruppen besteht. Wir haben eine Inputgruppe (je nachdem, ob wir eine Minipredigt in den Gottesdienst aufgenommen haben oder nicht), eine Lieder- und Fürbittgruppe, eine give-away-, Motto- und Plakatgruppe und eine Anspielgruppe. In diesen Gruppen wird bis zum Mittag intensiv gearbeitet. Dann gibt es Mittag, eine Pause und am Nachmittag werden dann zunächst in einer großen Gruppe die bisherigen Ergebnisse vorgestellt, sodass wir sicher sein können, noch auf einem gemeinsamen Weg zu sein. Nach dieser Einheit gehen wir wieder in die Kleingruppen und arbeiten bis zum Abendessen weiter. Nach maximal 4 Tagen haben wir das Gerüst des Gottesdienstes mit Inhalten gefüllt und genießen die restlichen freien Tage. Wieder in Golßen angekommen, beginnen wir dann ab Mitte August mit den praktischen Vorbereitungen für den ÖJuGoDi (Basteln des give-aways und der Requisiten, Proben der Anspiele usw.). 

M.S. - Wen ladet ihr ein und wer sind die Gottesdienstbesucher?

F. S. - Wir haben in den vielen Jahren der Vorbereitung eine Liste mit den Adressen der ev. und kath. Pfarrämter unseres Kirchenkreises zusammengestellt, an die wir herzliche Einladungen auch mit der Bitte um Abkündigung in den Gottesdiensten und jeweils einem Plakat für die Schaukästen senden. Zudem hängen wir selbst Plakate in nahegelegenen Orten, Schulen und Supermärkten aus. Vieles geben wir auch über Mundpropaganda weiter. Es gibt bei den Gottesdienstbesuchern keine feste Altersstruktur. Menschen jeden Alters sind vertreten (Vor- und Konfirmanden, junge und ältere Erwachsene). Das ist auch unsere Intention. Wir bezeichnen unseren ÖJuGoDi zwar als "Jugendgottesdienst", jedoch nur, um deutlich zu machen, dass sich dieser von gewöhnlichen Gottesdiensten abhebt, um so jungen und alten Menschen die Möglichkeit zu geben, einen moderneren Gottesdienst zu besuchen. 

M. S. - Gibt es Kontakte zu JG´s im Kirchenkreis?

F. R. - Wir haben Jugendgottesdienste der JGs in Lübbenau und Vetschau besucht und sehen uns jährlich beim Evangelischen Kreisjugendtag in Neu-Zauche. Über häufigere Kontakte würden wir uns sehr freuen, wenn es uns auch oft aufgrund der Entfernung nicht möglich ist.

M. S. - Die Synode hat gerade beschlossen, Gespräche mit dem KK Finsterwalde aufzunehmen, um Möglichkeiten einer Fusion oder einer Zusammenarbeit auszuloten. Würdet ihr gern Kontakt nach Finsterwalde aufnehmen?

F. R. - Wir als ÖJG Golßen sind sehr kontaktfreudig und würden uns über den Kontakt zu weiteren Jugendgruppen grundsätzlich sehr freuen. Die Mehrheit unserer Mitglieder hat jedoch noch keinen Führerschein oder kein eigenes Auto, was die Möglichkeit eines Treffens erschwert. Da wir in unserem bisherigen Kirchenkreis aufgrund der Entfernung auch nicht zu allen JGs Kontakt haben, wird es vermutlich nicht leichter, die Verbindung zu noch weiter entfernteren Jugendgruppen aufrecht zu erhalten.

M. S. - Gibt es einen Leitspruch, Menschen, die euch besonders geprägt oder beeindruckt haben?

F. R. -  Pfarrer Ralf-Ulrich Kowalke hat uns sehr geprägt, weil er den Grundstein unserer noch jetzt bestehenden ÖJG gelegt hat. Weiterhin hat uns Joachim Krätschell (ebenfalls Pfarrer i.E.)stark beeinflusst, da er uns zur Selbstständigkeit „erzogen" und uns gezeigt hat, dass wir für unsere Ziele kämpfen müssen, um etwas zu erreichen und nicht zu schnell aufgeben dürfen. Auch menschlich war das für uns eine wichtig Erfahrung, wofür wir sehr dankbar sind.

M. S. - Was wünscht ihr euch, für die nahe und ferne Zukunft?

F. R. - Wir wünschen uns, dass wir als Gemeinschaft weiterhin so toll zusammenarbeiten und „zusammenleben" können, wir mit unseren Veranstaltungen viele Menschen erreichen und eine noch stärkere Gemeinschaft werden durch neu dazukommende Leute.

M.S. - Worauf könnt ihr nicht verzichten?

F. R. - Für uns sind die wöchentlichen Treffen und die alljährliche Fahrt nach Kakerbeck, bei der wir unseren Ökumenischen Jugendgottesdienst vorbereiten, sehr wichtig.

M. S. - Was bereitet euch die größten Probleme? Von wem erwartet ihr Unterstützung?

F. R. - Wir haben große Nachwuchsprobleme. Da es seit einigen Jahren nur wenige Konfirmanden in Golßen gibt, ist es für uns schwierig, unserer Mitglieder aus den Konfis zu rekrutieren.

M. S. - Woran erinnerst du dich am liebsten, wenn du an die ÖJG-Zeit denkst?

F. R. - Oh, was für eine schöne Frage: Das tollste an unserer ÖJG sind einfach die Menschen. Ich liebe es, mit ihnen Zeit zu verbringen, stunden- (manchmal nächtelange) Gespräche zu führen über Gott und die Welt aber sich auch miteinander auseinander zusetzen. Und ich mag die gemeinsamen Projekte, die wir gestalten.

Vielen Dank an Franziska Rataj für die ausführlichen Auskünfte!

Franziska Rataj wohnt in Altgolßen, studiert an der Evangelischen Fachhochschule Berlin Religionspädagogik im 5. Semester, begleitet meist wöchentlich 2 Gottesdienste an der Orgel oder am Keyboard, mag Menschen, Natur, Zeit, Bücher und wünscht sich für die Zukunft weiterhin tolle Begegnungen mit Menschen und später Arbeit in Schule und/oder Gemeinde.

 

Wenn Sie auch Fragen an die ÖJG Golßen haben, dann schreiben Sie eine email an:  

suptur@kirchenkreis-niederlausitz.de

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Wir leiten sie dann zur Beantwortung weiter!