Kreissynode in der Niederlausitz sagt Ja zu Fusionsplänen

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Veröffentlicht am Di., 19. Mär. 2019 09:53 Uhr
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Die Kreissynode des evangelischen Kirchenkreises Niederlausitz tagte am Samstag in Finsterwalde. Das Thema Veränderung bestimmte die Agenda. Wie im politischen Bereich fordern Demografie und sich ändernde Aufgaben auch bei der evangelischen Kirche strukturelle Anpassungen auf allen Ebenen. 

Der Eingliederung von Teilen des Kirchenkreises Senftenberg-Spremberg in den Kirchenkreis Niederlausitz stand an erster Stelle auf der Tagesordnung. In der Diskussion dazu kamen Sorgen und Hoffnungen zur Sprache. Es bleibe die Frage, ob mit den wachsenden Strukturen nicht auch Identität verloren gehe, mahnte Pfarrer Frank Gehrmann aus Langengrassau. „Die Menschen identifizieren sich in ihren Ortsgemeinden mit ihrer Kirche. Wichtig ist, dass die im Kirchenkreis angesiedelten Aufgaben erfüllt werden können“, argumentierte Bernd Heinke dagegen. Mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen gab es in der Finsterwalder Arche ein eindeutiges Ja zur Fusion. Im Kirchenkreis Cottbus, der den verbleibenden Teil des Kirchenkreises Senftenberg-Spremberg eingliedern wird, gab die Synode bereits am 9. März ihre Zustimmung. Dort gehen die Fusionspläne mit einer umfangreichen Änderung der Finanzsatzung einher. Die Entscheidung der Kreissynode Senftenberg-Spremberg steht am kommenden Samstag in Drebkau an. Mit Blick auf die im Herbst anstehenden Wahlen zu den Gemeindekirchenräten erwartet Superintendent Thomas Köhler neue Entwicklungen: „Ich erlebe, dass es den Wunsch gibt, die Kirche, und damit die Kirchengemeinde, im Dorf zu lassen. Auf der anderen Seite sehe ich, dass es an Menschen fehlt, die für den Gemeindekirchenrat kandidieren. Das Eingeständnis, dass etwas nicht zu schaffen ist, halte ich nicht für schlimm. Nirgendwo steht, dass wir in jedem Dorf als Christen sichtbar sein müssen. Wir sollten weniger auf das schauen, was nicht gelingt, als vielmehr auf das, was wir trotzdem erreichen“, machte er den Synodalen Mut. Man könne stets gemeinsam mehr schaffen, auch wenn das mit Kompromissen verbunden sei. Der Propst der Evangelischen Landeskirche, Dr. Christian Stäblein, sprach in seinem Vortrag „Wie will Kirche morgen leben?“ über den permanenten Veränderungsbedarf und die unterschiedlichen Positionen dazu. Sehr verschieden werde diskutiert, ob die Kirche aus sich heraus gehen soll, indem sie auf andere zugehe, im Gemeinwesen kooperiere, partnerschaftliche Projekte beginne oder ob sie sich aus allem heraushalte und sich ganz auf das Wesentliche und sich selbst besinne. Propst Christian Stäblein ist einer der drei Kandidaten und Kandidatinnen für die Wahl zum Bischof am 5. April. Über die christliche Erneuerungsbewegung Fresh-X, die ihren Ursprung in Großbritannien hat und auch in Deutschland Verbreitung findet, berichtete Pfarrer Steffen Doms aus Lauchhammer im zweiten Teil des Nachmittags. Die nächste Frühjahrstagung der Synode wird eine Wahlsynode sein, bei der sich die Vertreterversammlung der evangelischen Christen neu konstituiert. 


   

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