Kirchenaustritt


Sie überlegen, aus der evangelischen Kirche auszutreten.  Es gibt viele Argumente dafür, die Kirche und ihre Arbeit durch Mitgliedschaft weiter mitzutragen.

Meistens hat ein Kirchenaustritt finanzielle Gründe. Die Kirchensteuer beträgt 9 Prozent der Einkommenssteuer. Tatsächlich zahlen in unserer Region nur ungefähr 30 Prozent aller Kirchenmitglieder Kirchensteuern. Das heißt, mit jedem ausgetretenden Kirchensteuerzahler fehlt der Beitrag für zwei nicht zahlende Mitglieder.

Wir sind überzeugt davon, dass unsere Welt die Kirche braucht. Sie weitet unseren Blick. Ohne die Frage nach Gott, nach dem Woher und Wohin unseres Lebens, nach dem, was uns trägt und erhält, fehlt eine Dimension. Immer öfter ist es die Kirche, sind es Christinnen und Christen, die zum gesellschaftlichen Dialog aufrufen und Entwicklungen kritisch hinterfragen.  


Die Kirche ist eine Gemeinschaft von Menschen, die von der Vergebung leben. Sie ist auf jeden Fall mehr als ein Verein, aus dem man austritt, wenn man sich über den Pfarrer oder die Pfarrerin geärgert hat. Kirche begleitet Menschen durch das ganze Leben. Sicher kennen Sie auch Situationen, in denen das schlagartig deutlich wird: ein Todesfall, ein Unfall oder eine schwere Krankheit, auch eine Geburt oder eine Hochzeit.

Die Kirche trägt mit ihren Einrichtungen einen wichtigen Teil der sozialen Verantwortung für die Schwachen unserer Gesellschaft. Oft ist es schwer zu überblicken, wie viele Aufgaben sie tut: Gottesdienste, Kindergärten, Bahnhofsmission, Schwangerschafts- und Ehe- und Lebensberatung, Obdachlosenhilfe, Telefonseelsorge, Gefängnisarbeit, Familienbildung, Notfallseelsorge, Altenbetreuung, Sterbebegleitung und vieles mehr.

Auf dem Land sind die Kirchengemeinden häufig die einzigen Institutionen, die noch vor Ort sind. Dort engagieren sich viele ehrenamtlich. Wenn die Kirche ihre Mitglieder verliert, wird sie sich immer stärker aus dem ländlichen Raum zurückziehen müssen. Gerade Kinder und ältere Menschen werden diesen Verlust zu spüren bekommen.